Oberdorf
Der Hof Oberdorf ist ein biologisch-dynamisch geführter Bauernhof mit 12 Wohn- und Arbeitsplätzen für behinderte Menschen. In die Betreuung teilen sich intern wohnende Familien und Einzelpersonen, die nachts auch Pikettdienst leisten, sowie externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Praktikantinnen, Praktikanten und Lehrlinge ergänzen das Betreuungsteam.
Leitung
Der Hof Oberdorf wird von Standortverantwortlichen weitgehend autonom geführt, untersteht aber der Gesamtleitung der drei Höfe.
Arbeitsbereiche: Der Hof Oberdorf bewirtschaftet eine Fläche von 26 Hektaren Kulturland und 10 Hektaren Wald. Er gliedert sich in die Bereiche Landwirtschaft, Gärtnerei und Hauswirtschaft.
Landwirtschaft
Das Hauptgewicht liegt auf der Milchwirtschaft. Kühe, Kälber, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner, Enten, Katzen und Hunde bereichern das Hofleben. Neben der Versorgung dieser Tiere fallen je nach Jahreszeit Arbeiten wie Säen, Alpauf- und abtrieb, Heuen, Ernten, Mosten und Holzen an.
Gärtnerei
Hier werden Gemüse, Beeren, Kräuter und Blumen angebaut. Der grösste Teil der Arbeit, von der Setzlingsanzucht bis hin zur Ernte und zum Einlagern, wird von Hand getätigt. Der vielfältige Ertrag ist für die Küche und den Hofladen bestimmt.
Hauswirtschaft
Sie ist in Küche, Haushalt und Wäscherei aufgeteilt. Die Mahlzeiten bereiten wir möglichst aus hofeigenen Lebensmitteln zu und achten auf eine vielseitige und vollwertige Ernährung.
Die Zimmer und Wohnräume werden unter Mithilfe der Bewohner gestaltet und gepflegt.
Beim Waschen, Hängen, Bügeln, Falten und Verräumen der Kleider leisten die Betreuten einen Beitrag zum eigenen und allgemeinen Wohlbefinden.
Therapie
Im Vordergrund steht der gesundende Einfluss der rhythmisch wiederkehrenden Arbeiten in allen Bereichen des Hofes. Die verschiedenen Fachpersonen integrieren die ihnen anvertrauten Betreuten in ihren Berufsalltag und leiten sie verständnisvoll an. In selbstverständlicher Weise werden die betreuten Menschen in der Pflege der persönlichen Hygiene unterstützt.
Bei Bedarf stehen folgende ergänzenden Therapien zur Verfügung:
- Reiten
- Malen
- Heileurythmie
- Massagen
- Individuelle Gespräche mit Bezugspersonen
- Psychotherapie
Das individuelle Therapiekonzept wird in Zusammenarbeit mit einem nach anthroposophischen Erkenntnissen praktizierenden Arzt und einem Jugendpsychiater erstellt und regelmässig überprüft.
Kultur
Neben der Arbeit pflegen wir vielfältige gemeinsame Aktivitäten wie Theater-, Kino- und Konzertbesuche, Ausflüge und das Feiern von privaten Anlässen. Das Erleben des Jahreslaufs wird durch die Gestaltung der Jahresfeste vertieft. Künstlerische Tätigkeiten wie gemeinsames Singen, Musizieren und Theaterspielen sind eine Bereicherung und willkommene Abwechslung zum Bauernalltag.
Zusammenleben
Die Atmosphäre auf dem Hof wird durch das Zusammenleben von Mitarbeiterkindern, Jugendlichen und Erwachsenen geprägt. Die Begegnung mit Pflanzen, Tieren und Menschen schafft Beziehungen, die bei den betreuten Menschen vertrauenbildend wirken können.
Wir versuchen, die Andersartigkeit eines jeden zu verstehen, zu schätzen oder zu ertragen. Konflikte sind unumgänglich; sie verlangen von den Beteiligten und Verantwortlichen, dass sie in einer offenen Haltung nach Lösungen suchen.